{"id":131,"date":"2017-03-10T16:02:03","date_gmt":"2017-03-10T15:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/soesterkanlzei.wordpress.com\/?p=131"},"modified":"2017-03-10T16:02:03","modified_gmt":"2017-03-10T15:02:03","slug":"schwere-beleidigungen-rechtfertigen-nicht-in-jedem-fall-die-fristlose-kuendigung-des-mietvertrages-ueber-die-wohnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/soester-kanzlei.de\/?p=131","title":{"rendered":"Schwere Beleidigungen rechtfertigen nicht in jedem Fall die fristlose K\u00fcndigung des Mietvertrages \u00fcber die Wohnung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der 8. Senat des Bundesgerichtshof hat durch Urteil vom 09.11.2016 \u2013 XIII ZR 73\/16 \u2013 entschieden:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Bei drohenden schwerwiegenden Gesundheitsbeeintr\u00e4chtigungen oder Lebensgefahr sind die Gerichte im Hinblick auf Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG gehalten, ihre Entscheidung auch verfassungsrechtlich auf eine tragf\u00e4hige Grundlage zu stellen und diesen Gefahren bei der Abw\u00e4gung der widerstreitenden Interessen hinreichend Rechnung zu tragen. Das kann bei der Gesamtabw\u00e4gung nach \u00a7 543 Abs.1 Satz 2 BGB zur Folge haben \u2013 was vom Gericht im Einzelfall zu pr\u00fcfen ist -, dass ein wichtiger Grund f\u00fcr eine au\u00dferordentliche K\u00fcndigung wegen besonders schwerwiegender pers\u00f6nlicher H\u00e4rtegr\u00fcnde auf Seiten des Mieters trotz seiner erheblichen Pflichtverletzung nicht vorliegt.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkung von Rechtsanwalt Christian Klespe:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Mieter war bettl\u00e4gerig, an Demenz erkrankt und wohnte mehr als 60 Jahre in der Wohnung. Er beleidigte die Vermieterin und ihre Hausverwaltung indem er sie u.a. als \u201eTerroristen\u201c und \u201enazi\u00e4hnlichen braunen Misthaufen\u201c bezeichnet, die er \u201ein den Knast schicken\u201c und dazu veranlassen werde, \u201eseine Stiefel und die\u2026.. benutzte Windel zu lecken\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist durch st\u00e4ndige Rechtsprechung juristisch abgesichert, dass diese Beleidigungen die fristlose K\u00fcndigung rechtfertigen. Die Vorinstanz, das Landgericht hatte aber nicht gepr\u00fcft, ob die pers\u00f6nlichen Lebensumst\u00e4nde des Mieters ausnahmsweise im Einzelfall der fristlosen K\u00fcndigung entgegenstehen. Deshalb hat der BGH den Fall zur erneuten Entscheidung an das Berufungsgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erfahrene Rechtsanwalt kann \u2013 wenn er fr\u00fchzeitig eingebunden ist \u2013 diese Problematik umgehen. Die K\u00fcndigungen m\u00fcssen durch entsprechende Ma\u00dfnahmen im Vorfeld abgesichert werden. Dar\u00fcber hinaus kommt es entscheidend auf die Abfassung der Erkl\u00e4rungen an. Wie immer in der juristischen Probleml\u00f6sung, es kommt auf die Formulierung im Detail an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 8. 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